Motorrad-Führerscheinklassen
| Klasse | Mindestalter | Was Sie fahren dürfen |
|---|---|---|
| AM | 15 (bis 16 nur in Deutschland gültig) | Kleinkrafträder und andere leichte Fahrzeuge dieser Klasse |
| A1 | 16 | Bis 125 cm³, bis 11 kW, bis 0,1 kW/kg |
| A2 | 18 | Bis 35 kW und 0,2 kW/kg; nicht von einem Fahrzeug mit mehr als 70 kW abgeleitet |
| A | 24 beim Direkteinstieg oder 20 nach 2 Jahren mit A2 | Alle Krafträder |
Ein Pkw-Führerschein (Klasse B) schließt die Klasse AM ein. Wenn Sie nach mindestens 2 Jahren Vorbesitz der niedrigeren Klasse von A1 auf A2 oder von A2 auf A aufsteigen möchten, brauchen Sie nur eine praktische Prüfung, keine neue Theorieprüfung.
Ohne Fahrerlaubnis dürfen Sie ein Mofa (bis 25 km/h) fahren, wenn Sie eine Mofa-Prüfbescheinigung besitzen. Führen Sie sie mit und zeigen Sie sie auf Verlangen vor.
Schlüsselzahl 196 für Autofahrer
Autofahrer können die Schlüsselzahl 196 in ihren Führerschein der Klasse B eintragen lassen und dann Leichtkrafträder bis 125 cm³ und 11 kW fahren. Sie müssen mindestens 25 Jahre alt sein, die Klasse B seit mindestens 5 Jahren besitzen und eine Fahrerschulung in einer Fahrschule absolvieren. Eine Prüfung gibt es nicht. Die Berechtigung gilt nur in Deutschland.
So funktioniert die Motorrad-Theorieprüfung
| Ihre Situation | Fragen | Zulässige Fehlerpunkte |
|---|---|---|
| Ersterwerb (keine andere Klasse) | 30 | Bis zu 10 von 110 |
| Bereits Inhaber einer anderen Klasse, etwa B | 20 | Bis zu 6 von 72 |
Die Fragen sind 2 bis 5 Punkte wert, und zwei falsch beantwortete 5-Punkte-Fragen bedeuten immer „nicht bestanden“. Die Prüfung mischt Grundstoff für alle Fahrer mit Zusatzstoff für Krafträder. Sie können sie auf Deutsch oder in einer von 12 Fremdsprachen ablegen, darunter Englisch.
Die praktische Prüfung müssen Sie innerhalb von 12 Monaten nach bestandener Theorieprüfung bestehen. Wenn Sie durchfallen, können Sie die Prüfung in der Regel frühestens nach zwei Wochen wiederholen.
Deutsche Regeln für Motorradfahrer
- Fahrer und Mitfahrer müssen einen geeigneten Schutzhelm tragen.
- Fahren Sie auch am Tag mit Abblendlicht oder Tagfahrlicht.
- Nehmen Sie einen Mitfahrer nur mit, wenn das Motorrad einen geeigneten Sitz für ihn hat.
- Fahren Sie nicht freihändig, und halten Sie sich nicht an anderen Fahrzeugen fest.
- Nehmen Sie die Füße nur dann von den Fußrasten, wenn der Straßenzustand das erfordert.
- Sie dürfen Ihr Gesicht nicht so verdecken, dass Sie nicht mehr erkennbar sind; ein Schutzhelm ist jedoch erlaubt.
- Ein Kraftrad mit Anhänger darf auf Autobahnen höchstens 60 km/h fahren.
- Autobahnen sind nur für Fahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h zugelassen, daher dürfen 45-km/h-Kleinkrafträder sie nicht benutzen.
- Fahren Sie nicht durch die Rettungsgasse; sie ist für Polizei- und Rettungsfahrzeuge da.
- Beim Überholen von Radfahrern halten Sie innerorts 1,5 m und außerorts 2 m Abstand.
Krafträder müssen weder Warndreieck noch Warnweste oder Verbandkasten mitführen, und die Winterreifenpflicht gilt nicht für einspurige Fahrzeuge. Sie müssen trotzdem den Verhältnissen angepasst fahren, und ein kleines Erste-Hilfe-Set dabeizuhaben ist sinnvoll.
Die Alkoholregeln sind dieselben wie für Autofahrer: null Promille in der Probezeit und unter 21, ansonsten ein Grenzwert von 0,5 Promille.
Fahrtechnik
Lenken und Kurven
Bei höherer Geschwindigkeit lenkt ein Motorrad durch Schräglage. Um sich nach rechts zu legen, drücken Sie den rechten Lenkergriff leicht nach vorn; das nennt man Lenkimpuls. Blicken Sie durch die Kurve dorthin, wohin Sie fahren wollen. Bremsen Sie vor der Kurve, solange das Motorrad aufrecht ist, und fahren Sie dann mit gleichbleibendem oder leicht zunehmendem Gas durch die Kurve.
Bremsen
Benutzen Sie bei einer normalen Bremsung beide Bremsen. Die Vorderradbremse bringt die größte Bremswirkung, weil sich das Gewicht nach vorn verlagert. ABS verhindert das Blockieren der Räder, kann aber nicht mehr Haftung erzeugen, als die Fahrbahn bietet.
Fahrbahnoberfläche und Wetter
- Fahrbahnmarkierungen, Kanaldeckel, Straßenbahnschienen und nasses Laub sind bei Nässe rutschig.
- Der erste Regen nach einer Trockenperiode spült Öl und Schmutz an die Oberfläche.
- Rechnen Sie auf Brücken, zwischen Gebäuden und beim Überholen von Lkw mit Seitenwind.
- Halten Sie Ihr Visier klar; ein Antibeschlag-Einsatz (Pinlock) hilft.
Schutzkleidung, Mitfahrer und Gruppenfahrten
Tragen Sie bei jeder Fahrt Schutzkleidung, Handschuhe und Stiefel, denn ein Sturz kann überall passieren. Helle oder reflektierende Kleidung hilft anderen, Sie früher zu sehen.
Passen Sie mit Mitfahrer oder Gepäck Reifendruck und Federung gemäß Betriebsanleitung an. Ein Mitfahrer sollte die Füße auf den Fußrasten lassen und sich in Kurven mit dem Fahrer in die Schräglage legen. Prüfen Sie regelmäßig Kettenspannung und Kettenschmierung.
Fahren Sie in der Gruppe auf einer Straße mit einem Fahrstreifen je Richtung versetzt statt nebeneinander, und halten Sie genug Abstand, um anhalten zu können.
Quellen
- FeV § 6: Fahrerlaubnisklassen
- FeV § 6b: Schlüsselzahl 196
- FeV § 10: Mindestalter
- FeV § 15: Erforderliche Prüfungen
- FeV § 5: Mofa-Prüfbescheinigung
- Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), Anlage 7
- StVO § 21a: Schutzhelme
- StVO § 17: Beleuchtung
- StVO § 23: Pflichten der Fahrzeugführenden
- StVO § 18: Autobahnen
- StVZO § 35h: Erste-Hilfe-Material
- StVG § 24c: Alkoholverbot für Fahranfänger